Übergangsmanagement – wie Betriebe und Mitarbeitende dem demografischen Wandel erfolgreich begegnen

Der demografische Wandel bringt eine zunehmende Anzahl von Mitarbeitenden, die derzeit und in den kommenden 10-15 Jahren in Pension gehen. Hinzu kommen der aktuell herrschende Arbeitskräftemangel sowie die Erhöhung des Pensionsantrittsalters. Gemeinsam bieten diese Themen entsprechend Anlass, der Zeit der späten Berufsphase vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken.

Das Betriebliche Übergangsmanagement bietet eine Möglichkeit, die Herausforderungen für Unternehmen und Mitarbeitende strukturiert und nachhaltig zu bearbeiten. Der Dachverband der Sozialversicherungsträger hat ein Beratungsangebot entwickelt, bei dem Betriebe kompakt und wirkungsvoll durch den Prozess geleitet werden.

Was bietet das Beratungsangebot „Betriebliches Übergangsmanagement Kompakt“?

  • Es hilft Betrieben, die Herausforderungen des demografischen Wandels zu erkennen und passende Lösungen zu finden.
  • Betriebe bekommen praktische Werkzeuge und Methoden, um ältere Mitarbeitende und deren Führungskräfte zu unterstützen die späte Berufsphase und den Übergang in die Pension gut zu gestalten.
  • Der Beratungsprozess orientiert sich an den Grundsätzen der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Eine Ein- oder Anbindung in Projekte der Betrieblichen Gesundheitsförderung ist möglich und explizit erwünscht.

Wie läuft das Beratungsangebot ab?

Kennzeichen des Beratungsangebots ist ein klar definierter kompakter Prozess. Dieser Prozess wird schrittweise unter Einbindung einer Steuerungsgruppe und relevanter Stakeholder im Betrieb umgesetzt - möglicherweise anknüpfend an schon bestehende Strukturen der Betrieblichen Gesundheitsförderung. 

Inhaltliche Basis bietet dabei der 5-Ebenen-Ansatz (nach Baier & Gruber, 2021, siehe Abbildung 1 unten). Anhand der 5-Ebenen erfolgt zuallererst eine Bestandsanalyse im Rahmen eines betriebsinternen Dialog-Audits. Ausgehend davon werden konkrete bedarfsorientierte Maßnahmen entwickelt und entsprechend den verschiedenen Themenfeldern umgesetzt.
 

Die Basis des 5-Ebenen-Ansatzes bildet eine altersgerechte Führungs- und Organisationskultur. 

Darauf aufbauend folgen die Handlungsebenen

  • altersgerechte Arbeitsgestaltung
  • altersgerechte Laufbahngestaltung
  • wertschätzender und wertschöpfender Wissenstransfer zwischen den Generationen 
  • Unterstützung der persönlichen Reflexion und Orientierung von Beschäftigten im Übergang von der Arbeitsphase als längste Phase des Lebens in den nächsten Lebensabschnitt (Selbstmanagement und arbeitsbiografische Reflexion).

Welche konkreten Maßnahmen können daraus beispielsweise entstehen?

  • Integration spezifischer Gesprächsformate wie z. B. ein Perspektivengespräch oder ausgewählter Fragestellungen in bestehende Mitarbeiter:innengespräche
  • Etablierung von Verabschiedungsritualen wie z. B. Pensionierungsfeiern oder Abschiedsgesprächen
  • Qualifizierungsmaßnahme für Führungskräfte zur Bewusstseinsbildung und Aneignung spezifischer Führungsinstrumente
  • Einzel oder Gruppen-Coaching für Mitarbeitende bis zu vier Jahre vor Pensionsantritt zur Förderung der Veränderungskompetenz und Entwicklung von Perspektiven für die nachberufliche Lebensphase
  • Erarbeitung themenspezifischer Arbeitslandkarten zur Evaluierung der altersgerechten Arbeitsbedingungen von Arbeitsplätzen
  • Etablierung einer „Silber-Karriere“, sprich Weiterbeschäftigungsformen nach Pensionierung
  • Buddy- oder Mentoring-Systeme zum systematischen Wissenstransfer

Wie geht es weiter

2025 ist die Pilotierung und erfolgreiche Evaluierung des Beratungsablaufs in zwei Großbetrieben (öffentliche Verwaltung und Technologieunternehmen) abgeschlossen. 

Für 2026 ist die schrittweise Ausrollung des Beratungsangebots bzw. die Integrierung in etablierte Beratungsprozesse im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung seitens Österreichischer Gesundheitskasse (ÖGK) und Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) geplant. 

Das Beratungsangebot ist mit dem FGÖ Förderschwerpunkt „BGF und Betriebliches Übergangsmanagement“ (BÜGM) inhaltlich abgestimmt und somit gut kombinierbar.

Für nähere Informationen zum Programm, Fördermöglichkeiten und Umsetzung kontaktieren Sie bitte das Österreichische Netzwerk für BGF (ÖNBGF).



Kontakt

oenbgf@oegk.at