Baby-friendly Hospitals (BFH) Roll-Out in Österreich

Warum fördert die Bundesgesundheitsagentur ein Roll-Out von Baby-friendly Hospitals (BFH) in Österreich?

Ein möglichst gutes Geburtserlebnis trägt für Mütter, Babys und Familien in vielfacher Hinsicht zur Förderung der physischen und psychischen Gesundheit bei. Nicht zuletzt wird dadurch das Stillen begünstigt. Stillen fördert das Immunsystem des Babys, stärkt die psychologische Bindung zwischen Mutter und Kind und senkt langfristig zahlreiche Krankheitsrisiken bei Kindern, aber auch ihren Müttern (z.B. das Risiko, an Mamma- oder Ovarialkarzinom zu erkranken). Die WHO empfiehlt daher, gesunde Babys 6 Monate lang zu stillen. Rechnet man Zahlen aus den USA auf Österreich um, könnten hierzulande durch Umsetzen dieser Empfehlung jährlich etwa 18 Mio. Euro an Behandlungs- und indirekten Kosten eingespart werden. Trotzdem wird immer weniger gestillt. Obwohl 90% der österreichischen Mütter gerne stillen möchten, beträgt die Rate der voll gestillten Säuglinge nach 6 Monaten nur noch 10%. Mütter und Familien brauchen daher Unterstützung, um das Stillen mit all seinen Vorteilen ausreichend lange umsetzen zu können.

Diese Unterstützung und die Gestaltung eines möglichst guten Geburtserlebnisses sind das Ziel der 1991 von WHO und UNICEF gegründeten Baby-friendly Hospital Initiative (BFHI). BFHI zählt zu den weltweit erfolgreichsten Gesundheitsbewegungen: Mehr als 20.000 Gesundheitseinrichtungen in 152 Ländern wurden bereits nach den BFHI-Kriterien zertifiziert. Seit 1996 gibt es BFHI auch in Österreich, seit 2010 als Sektion des Österreichischen Netzwerks Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (ONGKG). Derzeit sind 13 österreichische Einrichtungen zertifiziert. Aufgrund der nachgewiesenen Bedeutung für die Gesundheit fördert das Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen der österreichweiten Vorsorgestrategie im Zeitraum 2011-2013 aus Mitteln der Bundesgesundheitsagentur den Ausbau von BFHI in Österreich.

Maßnahmen 2011-2013

Um Baby-friendly Hospitals an möglichsten vielen österreichischen Spitälern mit Geburtenabteilungen zu etablieren, erfolgen zwischen 2011 und 2013 zahlreiche Maßnahmen zur Information und Vernetzung. Alle Geburtsabteilungen in Österreich erhalten allgemeine und spezifische Informationsmaterialien. Zur Professionalisierung der Umsetzung werden durchgeführt:

  • Allgemeine Informations-Workshops in Verbindung mit den Jahreskonferenzen des Österreichischen Netzwerks Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen
  • Regionale Trainingsangebote für MitarbeiterInnen in Geburtenstationen
  • Trainings von GutachterInnen zur Anwendung der BFHI-Bewertungskriterien für Einrichtungen, die das international gültige WHO-UNICEF-Label „Baby-friendly Hospital“ anstreben
  • Organisation eines BFHI-Preisausschreibens im Jahr 2013 als Anregung für interessierte Einrichtungen.

Parallel zu diesen Maßnahmen erfolgen eine Vernetzung mit wesentlichen Akteuren, Institutionen und Verbänden im Bereich Stillförderung sowie begleitende Öffentlichkeitsarbeit. Zur Qualitätssicherung und kontinuierlichen Weiterentwicklung wir die Initiative begleitend evaluiert.

Die Projektpartner

Das Roll-Out von Baby-friendly Hospitals in Österreich ist eine der vom Bundesministerium für Gesundheit initiierten Maßnahmen im Rahmen der österreichweiten aus Mitteln der Bundesgesundheitsagentur finanzierten Vorsorgestrategie.

Mit der Durchführung ist das Österreichische Netz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (ONGKG) mit seiner Sektion „Baby-friendly Hospitals“ beauftragt.

Das Ludwig Boltzmann Institute Health Promotion Research ist für die wissenschaftliche Begleitung verantwortlich.